2164: Thomas Kerstans Bildungskanon

Wir kennen ihn aus der „Zeit“, Thomas Kerstans Bildungskanon. Und nicht ganz zu Unrecht moniert Dorion Weickmann (SZ 22.10.18) die vertane Chance, mehr Frauen hier erscheinen zu lassen. Allerdings ist auch das Gegenargument, dass die „stilprägenden, typischen, populären Werke der Vergangeheit vorwiegend von Männern stammen“, nicht ganz von der Hand zu weisen. Aber Virginia Woolf darf nicht fehlen, wenn James Joyce zu den Top 100 gezählt wird. Hilary Mantels historische Erzählkunst kann mit Stefan Zweigs Biografistik mithalten. Und ob Chuck Berry wirklich bedeutender war als Ella Fitzgerald, das ist die Frage. Es fehlen Filme wie Stanley Kubricks „2001 – Odysee im Weltall“ oder Ridley Scotts „Blade Runner“. Und keine Spur von Baukunst, Tanz oder Mode. Immerhin gliedert der Autor seine Hitliste übersichtlich in

ästhetische, sprachliche, historische und mathematisch-naturwissenschaftliche Kategorien.

Tja!?

Thomas Kerstan: Was unsere Kinder wissen müssen. Ein Kanon für das 21. Jahrhundert. Hamburg (Edition Körber) 2018. 256 S., 20 Euro.

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