Unter Bezug auf Timothy Snyders Buch „Der Weg in die Unfreiheit“ kommt Thomas Schmidt in der „Welt“ (13.10.18) auf Wladimir Putins Strategie zu sprechen. Er schreibt:
„Seit etwa einem Jahrzehnt verfolgt Putin eine klare Strategie. Er gab die Hoffnung auf, Russland könne wirtschaftlich, gesellschaftlich und politisch zu den westlichen Demokratien aufschließen und dadurch Weltmacht bleiben. Nun nahm er sich ein bescheideneres, aber realistisches Ziel vor. Er baute Russland zu einem destruktiven, zu einem Staat der Blockade um. Er brach in der Ukraine das Völkerrecht und erfuhr, dass das nahezu ungestraft möglich war. Und er begann, das Internet zu nutzen, um gezielt auf die Politik westlicher Demokratien Einfluss zu nehmen. Ohne seine freundliche Unterstützung wäre Trump nicht Präsident der USA geworden. Snyder schreibt: ‚Die einfachste Art, andere zu schwächen, ist, sie Russland ähnlicher zu machen.‘ Der politische Stil, den Trump einem Land aufgezwungen hat, zeigt, dass Putin hier durchaus erfolgreich ist. Ein Präsident, der täglich lügt und dabei auch noch zu erkennen gibt, dass er lügt, reißt die Wand zwischen Wahrheit und Fiktion ein. Ohne sie aber ist Politik als ein auf die Zukunft gerichtetes Handeln nicht möglich.“