2144: Charles Aznavour gestorben

Charles Aznavour, der „Meister des französischen Chansons“, ist im Alter von 93 Jahren in Bordeaux gestorben. Die Eltern des gebürtigen Parisers waren 1915 vor dem Völkermord an den Armeniern nach Frankreich geflohen. Hier setzte sich Aznavour als Chanson-Sänger durch, der in seinen Liedern immer wieder Trauer, Liebe und Melancholie besang. Der Nonkonformist war auch als Filmschauspieler tätig. Etwa 1960 in Francois Truffauts „Schießen Sie nicht auf den Pianisten“ oder 1980 in Volker Schlöndorffs „Blechtrommel“. Auch im „Zauberberg“ 1982 (Franz Seitz) hatte er eine zentrale Rolle.

Sein Grab hat Aznavour im Invalidendom gefunden, wo sonst überwiegend nur Politiker bestattet werden. Staatspräsident Emmanuel Macron sagte, seine Lieder hätten den Alltag der Franzosen verschönert, „unser Leben süßer, unsere Tränen weniger bitter gemacht“. Aznavours Eltern, Misha und Knar Aznavourian, waren 2017 posthum in Israel geehrt worden, weil sie während der Schoa in ihrer Pariser Wohnung Juden vor der Gestapo versteckt hatten (Jan Feddersen, taz 2./3.10.18; Michaela Wiegel, FAZ 6.10.18).

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.