2136: Paul Virilio ist tot.

Der 1932 geborene Paul Virilio war der Begründer der von ihm selbst erfundenen Wissenschaft von der Geschwindigkeit, der Dromologie. Der gelernte Stadtplaner publizierte 1977 „Geschwindigkeit und Politik“. In dem 1991 erschienenen

„Krieg und Fernsehen“

vertrat er die These, dass die Kriegsbilder dem Geschehen vorauseilten und es vorausbestimmten, wie es sich ereignen würde. Nicht alle verstanden Paul Virilio. Er war zugleich der Herold und der Warner vor der technophilen Moderne.

„Er kreiste mit Anmerkungen zur Relativitätstheorie, zum virtuell gewordenen Stadtraum, zum nicht mehr mit dem Auge, sondern direkt mental wahrgenommenen Bild bis zur ‚Ästhetik des Verschwindens‘ immer weiter und versprühte Funken, von denen manche wieder erloschen sind.“ Als Direktor der Pariser „École spéciale d’architecture“ hat Virilio Generationen von Architekten vorbei an den konventionellen Unterrichtsprogrammen auf neue Wege geschickt, die Bauen, Denken und Spekulieren eng miteinander verbinden. Nun  ist Paul Virilio gestorben (Joseph Hanimann, SZ 19.9.18).

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