2094: Angst vor Digitalisierung übertrieben

Vor vier Jahren hatte die Untersuchung von Carl Frey und Michael Osborne (Oxford) ergeben, dass durch die Digitalisierung in den USA

47 Prozent der Arbeitsplätze

gefährdet waren. Dabei wurde stets danach unterschieden, ob es sich um Routine-Arbeiten oder Nicht-Routine-Arbeiten handelt. Bei Routine-Arbeiten nimmt man an, dass sie leicht digital ersetzt werden können. Das sehen deutscher Forscher häufig anders. Beispielsweise die Arbeitssoziologin Sabine Pfeiffer aus Erlangen-Nürnberg. In der Automobilbranche etwa kommt es vor, dass ein Mann in einer normalen Schicht ohne jede Störung 20 bis 30 Mal präventiv in den Produktionsprozess eingreift. Forscher vom Europäischen Zentrum für Wirtschaftsforschung haben festgestellt, dass die Tätigkeiten von Menschen im gleichen Beruf von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz häufig stark variieren. Selbst Menschen in bedrohten Berufen haben oft schwer automatisierbare Aufgaben wie Präsentieren und Beraten. Nach dieser Studie sind nur

neun Prozent der Arbeitsplätze

durch die Digitalisierung gefährdet. 74 Prozent aller Beschäftigten haben täglich mit Herausforderungen durch die Digitalisierung zu tun. Das gilt gerade in Elektroberufen, für Ingenieure, Techniker uund IT-Berufe. Der Düsseldorfer Ökonom Jens Südekum betont in einer neuen Untersuchung: Selbst wenn Berufe unter Druck gerieten, würden nicht alle Stellen wegfallen. Auch die Produkte würden billiger. Südekum setzt ganz auf Bildung. Zusätzliche Fachhochschulen könnten für Ausbildung sorgen und gleichzeitig vielen Betrieben helfen, die Digitalisierung in die Praxis zu bringen (FAZ 3.8.18).

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