2028: Zerreißprobe der Union

In Berlin tobt ein offener Machtkampf zwischen Horst Seehofer und Angela Merkel. Dabei geht es letztlich gar nicht um Details bei der Grenzbehandlung von Migranten, sondern darum, dass die CSU versucht, Anschluss an die Anti-Flüchtlingsstimmung (die vor allem von der AfD geschürt wird) zu bekommen.

Beim Streit zwischen Helmut Kohl und Franz-Josef Strauß im November 1976 war die Lage ganz anders. Damals war die Union in der Opposition und Helmut Schmidt regierte mit einer SPD/FDP-Koalition. Die CSU hatte kurz die Fraktionsgemeinschaft aufgekündigt, um später reumütig dahin wieder zurückzukehren. Der Nimbus von Franz-Josef Strauß war dahin.

„.. ob der bayerische Wähler bei den Landtagswahlen im kommenden Oktober Seehofers radikale Konfrontationsstrategie gegen die CDU goutiert, ist fraglich. Das Risiko besteht, dass die CSU mehr liberalkonservative Wähler verliert, als sie potenzielle AfD-Wähler gewinnt.“

„Die angeblichen Schwesterparteien bekämpfen sich auf offener Regierungsbühne. Dabei kann nicht nur eine Partie verloren gehen, es kann die Koalition, die Union, die Fraktionsgemeinschaft verloren gehen – das Band zwischen CDU und CSU.“ (Heribert Prantl, SZ 15.6.18)

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