1974: Amos Oz: Für eine Zwei-Staaten-Lösung

In meinen Augen ist die Zwei-Staaten-Lösung eine Gründungsbedingung für Israel. Denn sonst wäre die Staatsgründung 1948 bloß eine gewalttätige Landnahme von den Palästinensern gewesen. Heute muss um die Zwei-Staaten-Lösung gekämpft werden. Das tut auch der berühmte und internatinal hoch angesehene Schriftsteller Amos Oz (geboren als Amos Klausener 1939 in Jerusalem). Der sehr erfolgreiche Verfasser von Kinderbüchern, Erzählungen und Romanen hat mit seinem Roman

„Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ (2004)

eine fulminante Familiengeschichte der Klauseners und zugleich eine Geschichte Israels geschrieben. Er ist in einem Atemzug zu nennen mit David Grossmann, geb. 1954 („Eine Frau flieht vor einer Nachricht“, 2002). Beide haben viele Leser und Bewunderer in Deutschland. Sie sind keine Pazifisten, gehören aber der Friedensbwegung „Peace Now“ an.

Amos Oz sagt: „Mein zionistischer Ansatz ist schon seit Jahren ganz einfach. Wir sind nicht allein in diesem Land. Wir sind nicht allein in Jerusalem. Das sage ich auch zu meinen palästinensischen Freunden. Ihr seid nicht allein in diesem Land. Es gibt keinen anderen Weg, als dieses kleine Haus in zwei noch kleinere Wohnungen aufzuteilen.“

Neugier und Fantasie, die Akzeptanz von Unterschieden und die unbedingte Bereitschaft zum Kompromiss – das sind die Tugenden, die Amos Oz den Fanatikern der Welt entgegenhält (Meike Fessmann, SZ 21./22.4.18).

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