In einer Rezension des Buches „Muslimischer Antisemitismus – eine Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden in Deutschland“ von David Ranan begründet Micha Brumlik, dass auch deutsche Juden sich nicht den Mund verbieten lassen dürfen:
„Nein, wir selbstbewussten Jüdinnen und Juden der Diaspora lassen uns weder von Vertretern der völkerrechtswidrigen israelischen Annektionspolitik den Mund verbieten, schon gar nicht angesichts der Sorge, dass die Politik der iranischen Regierung und ihrer Hilfstruppen zur Zerstörung Israels und seiner multikulturellen Bevölkerung führen könnte: ein geplanter nuklearer Genozid, dem keineswegs nur Jüdinnen und Juden zum Opfer fallen würden. Wie heißt es schon in Adornos ‚Minima Moralia‘? ‚Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zulassen‘ oder – so ließe sich das für uns Diasporajuden zeitgemäß ergänzen: ‚den Mund verbieten zu lassen‘.“ (taz 3.4.18)