1934: Unverzichtbar: links und rechts

1. Seit in der französischen Nationalversammlung 1789 die Verteidiger der Monarchie rechts und ihre Gegner links saßen, kennen wir die politischen Begriffe „rechts“ und „links“.

2. Nach 1945 ging diese Unterscheidung um die ganze Welt.

3. Neuerdings gibt es Politiker und politische Beobachter, welche diesen Gegensatz für nicht mehr tauglich halten.

4. Manche sehen den Unterschied zwischen „Technokratie“ und „Populismus“.

5. Manche zwischen „autoritär“ und „antiautoritär“.

6. Andere zwischen „offen“ und „geschlossen“.

7. Im Westen ist der alte Gegensatz in der politischen Kultur verankert. Wenn den Parteien die homogenen Wählermilieus wegbrechen, bekommt der Links-Rechts-Gegensatz möglicherweise sogar wieder eine größere Bedeutung.

8. Der Begriff der Mitte verdankt sich der Annahme von links und rechts.

9. Die Grünen in Europa sortieren sich links ein, obwohl sie anfangs das bipolare Lagerdenken vermeiden wollten.

10. Links, das ist heute ein kollektiver Erinnerungsort, der gefüllt ist mit Bildern, die für Gleichheit, Freiheit, Emanzipation und Fortschritt stehen und für die Widersprüche darin.

11. Diese Widersprüche kennt die Rechte wohl nicht.

12. Nach dem Rückzug Angela Merkels muss sich die Union wieder eindeutiger positionieren. Und damit als Gegenposition auch die Linke (Torben Lütjen, Die Zeit 8.3.18).

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