1912: Verkehrswende notwendig

Um die hohe Luftbelastung in den Städten in den Griff zu bekommen, ist eine energische Verkehrswende erforderlich. Auch damit Strafzahlungen an die EU vermieden werden. Besonders dreckige Dieselfahrzeuge müssen schnell aus dem Verkehr gezogen werden. Und – daran führt kein Weg vorbei – die Automobilindustrie muss dafür weithin die Kosten übernehmen. Es geht nicht an, dass die Automobilindustrie unseren berechtigten und politisch gesicherten ökologischen Interessen weiter auf der Nase herumtanzt.

Modelle mit übermäßig hohem Stickoxidausstoß müssen nachgerüstet werden. Das sind ungefähr 9 Millionen Diesel-Pkws, deren Umrüstung durchschnittlich 1.500 Euro kostet. Eine blaue Plakette kann helfen. Außerdem sollte eine E-Auto-Quote für Neufahrzeuge eingeführt werden. Die Dieselsteuer können wir anheben und umweltfreundliche Technologien fördern. Das hätte schon längst begonnen werden müssen.

Ein kostenloser öffentlicher Nahverkehr ist grundsätzlich eine gute Idee. Die Kosten dürfen dabei aber nicht übersehen werden. Das Wiener Beispiel regt zur Nachahmung an. Dort kostet der öffentliche Nahverkehr einen Euro am Tag, also 365 Euro pro Jahr. Die entsprechenden Einnahmen sind in Wien sogar gestiegen. Und es muss in die Infrastruktur investiert werden: Ladesäulen für E-Autos, Modernisierung von Strecken und Fahrzeugen, Schaffung einer deutschlandweiten Bezahlplattform für intermodale Angebote (Claudia Kemfert, taz 22.2.18).

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