Dass die SPD sich in einem desolaten Zustand befindet, wird allgemein diskutiert. Bei der CDU sieht es nicht besser aus. Seit Angela Merkel ein schlechtes Wahlergebnis abgeliefert hat und einen zugunsten der SPD ausfallenden Koalitionsvertrag verantwortet, treten diejenigen in der CDU auf den Plan,
die ihr in parteiinternen Abstimmungen unterlegen sind. Manche davon sind mit Merkels Personalpolitik nicht einverstanden.
Außerdem diejenigen, die Teile ihrer Modernisierung wie die Flüchtlingspolitik, die Energiepolitik, die Klimapolitik und die Geschlechterpolitik ohnehin nie gut fanden (ohne Merkel hätten wir keinen Atomausstieg und keine Energiewende). Darunter auch solche, die der AfD nach dem Munde reden.
Die Friedrich Merz- und Jens Spahn-Anhänger melden sich zu Wort (die sich wohl als die eigentlichen Konservativen verstehen).
Als vorläufig Letzter ist nun der außenpolitische Sprecher der CDU, Norbert Roettgen, ein gescheiterter Wahlkämpfer, auf den Zug der Merkel-Kritiker aufgesprungen.
Warum haben die gegenwärtigen Merkel-Kritiker das nicht schon viel früher getan? Sie hatten wohl nicht genügend Vertrauen in sich selbst. Nun richten sie sich ein auf die Zeit nach Merkel.
Es sind keine guten Voraussetzungen für die Bildung einer schlagkräftigen Bundesregierung, wenn beide Partner, CDU/CSU sowohl als auch die SPD, angeschlagen sind.