1. Am Southern District Court in New York läuft zur Zeit der Prozess in Sachen Rukoro gegen die Bundesrepublik Deutschland. Dort geht es um die Schadensersatzklage der Ovaherero und Nama wegen des Völkermords der deutschen kaiserlichen Armee in Namibia 1904.
2. Nach dem Sieg über Nazideutschland 1945 machten Staaten wie Großbritannien und Frankreich in ihren Kolonien munter weiter mit ihrem Kolonialismus.
3. Die Familie des 1960 von kongolesischen Rivalen sowie Belgien und den USA ermordeten Präsidenten Patrice Lumumba stellte 2011 in Brüssel Strafantrag gegen seinerzeit noch lebende Verantwortliche.
4. In den Niederlanden klagten Opfer eines 1947 verübten Massakers der niederländischen Armee in dem indonesischen Dort Ragawe erfolgreich auf Entschädigung.
5. Mau-Mau-Veteranen (Kenia) klagten am Londoner High Court erfolgreich gegen die britische Regierung auf Entschädigung in Höhe von 19,9 Millionen Pfund.
6. Rechtsfiguren wie „Niemandsland“ (terra nullius) und „civilizing mission“ sind klassische kolonialistische Denkmuster im Völkerrecht.
7. Westliche Eroberung und Landnahme wurde „Modernisierung“ genannt.
8. Westliche, insbesondere US-Geheimdienste waren an führender Stelle an der Absetzung von gewählten Politikern beteiligt (z.B. Iran 1951, Mossadegh).
9. Der erste sinnvolle Schritt zur Wiedergutmachung wäre ein Schuldenerlass.
10. Es bedarf zur Verbesserung der Verhältnisse einer neuen Weltwirtschaftsordnung (Wolfgang Kaleck/Karina Theurer, SZ 9.2.18).