1818: Papst Franziskus zornig über Reformstau

In Rom ist es stehende Redewendung, dass Papst Franziskus vor Ostern den Armen die Füße wäscht und vor Weihnachten der Kurie den Kopf.

Papst Franziskus ärgert sich über den Reformstau in der Kurie, wo er auch fundamentale Gegner hat wie den deutschen Kardinal Gerhard Ludwig Müller, der vom Papst als Chef der Glaubenskongregation abberufen wurde.

Der Papst hat mit seiner demonstrativ bescheidenen Lebensführung sein Amt revolutioniert und mit mehreren Schreiben (u.a. „Freude des Evangeliums“ und „Laudatio si“) neue Türen zur Welt geöffnet. Auch beim Thema Ehe, Familie und Sexualität.

Seine Arbeit wird aus dem Vatikan heraus sabotiert. Immer wieder gelangen geheime Dokumente aus dem Reformprozess zu Journalisten. Zunehmend gibt es Widerstand von Bischöfen und Kardinälen, für die der Papst die Wahrheit der Kirche an den Zeitgeist verkauft. Manche Kirchenfürsten halten den Papst gar für einen „Irrlehrer“, ein schlimmer Vorwurf gegen einen Papst. Treibende Kraft der Kritik ist der amerikanische Kurienkardinal Leo Burke.

Die nächste Bischofsversammlung im Oktober 2018 wird spannend. Da geht es um Jugend und Glauben und um die Frage, wie mehr Priester und Ordensleute gewonnen werden können. Viele Bischöfe aus Deutschland, Westeuropa und Südamerika wünschen sich eine offene Diskussion bis zum Ende, auch beim Zölibat. Viele aus Osteuropa, Afrika und Nordamerika möchten, dass die alte Lehre und Praxis bleibt (Matthias Drobinski, SZ 29.12.17).

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