Der AfD-Vorsitzende und Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland, der seinen Rassismus im „Fall Boateng“ hinreichend unter Beweis gestellt hat, schlägt vor, eine AfD-Nahe „Gustav-Stresemann-Stiftung“ zu begründen. Eine solche Stiftung könnte jährlich mit Steuermitteln in zweistelliger Millionenhöhe unterstützt werden. Die bereits etablierten parteinahen Stiftungen (Friedrich-Ebert-Stiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung) erhalten jährlich mehr als 500 Millionen Euro.
Seit Monaten ringen mehrere Vereine um die Anerkennung als Stiftung durch die AfD. Der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Wolfgang Kubicki bezeichnete Gaulands Vorstoß als
„makaber“ und „geschichtslos“.
Nachfahren Gustv Stresemanns reagierten empört. Der nationalliberale Gustav Stresemann (1878-1929) erhielt 1926 als Außenminister gemeinsam mit seinem französischen Kollegen Aristide Briand den Friedensnobelpreis für die deutsch-französische Aussöhnung. Das passt nicht zu der fremdenfeindlichen und teilweise rassistischen Politik der AfD. Der AfD-Bundesvorstand soll am 19. Januar 2018 über Gaulands Vorschlag beschließen (K. Riedel, J. Schneider, SZ 21.12.17).