Der EU-Ratspräsident Donald Tusk (Polen) hat die Flüchtlinsquoten in Europa als „ineffektiv“ und „extrem spalterisch“ bezeichnet. Das mag nicht ganz falsch sein, jedenfalls verweist es darauf, dass der ungarische Ministerpräsident Victor Orban sich zum Führer des nicht-westlichen Europas aufschwingen möchte (Visegrad-Staaten: Ungarn, Tschechien, Slowakei, Polen; einige Staaten des Baltikums und des Balkans). Das reflektiert Alan Posener in der „Welt“ (16.12.17):
„Orbans Vision speist sich aus diversen Quellen: aus der 1968 in Frankreich gegründeten Identitären Bewegung, aus der Kritik des polnischen Papstes Johannes Paul II. und des deutschen Papstes Benedikt XVI. an der säkularen Kultur Europas, aus der christlich maskierten Rechtfertigungsideologie des serbischen Chauvinismus, der muslimische Nachbarn zu ‚Türken‘ und ‚Invasoren‘ erklärt, vor allem aber aus der
russischen Propaganda,
in der Chauvinismus, Christentum, Homophobie und aggressive Islamfeindschaft als Merkmale einer überlegenen Kultur gefeiert, Liberalismus, Pluralismnus und Säkularismus als
dekadent
verworfen werden. Wie der von Orban mit wütendem Hass verfolgte jüdische Milliardär und Philantrop George Soros sagte: Ungarns Premier „will Merkel die Führungsrolle streitig machen – und nebenbei Prinzipien unterminieren, für die Europa steht. Man muss sich das wie einen
Zangenangriff
vorstellen:
Russlands Wladimir Putin greift die EU von außen an,
Orban von innen.“