Das Kriegsverbrecher-Tribunal in den Haag hat den bosnisch-serbischen General Ratko Mladic zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Es befand den heute 74-Jährigen schuldig wegen Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Mladic war im Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 kommandierender General der serbischen Truppen. Der Krieg hat 100 000 Todesopfer gefordert und zwei Millionen Menschen zu Flüchtlingen gemacht. Das Urteil ist ein starkes Signal des 1993 gegründeten Gerichtshofs. Mladics Verteidiger hatten Freispruch verlangt.
Das Gericht sprach den General in zehn von elf Punkten schuldig als Mitglied eines „kriminellen Unternehmens“, das in Bosnien eine
ethnische Säuberung
betrieben habe. Mladic hatte die mehr als dreijährige Belagerung Sarajevos persönlich kommandiert und das
Massaker von Srebrenica
im Juli 1995 mit mehr als 8 000 Toten angeführt.
Das Urteil stiftet zwar keine Versöhnung, aber es klärt umfassend Kriegverbrechen und ähnliche kriminelle Delikte (Peter Münch, SZ 24.11.17).