1765: Joachim Meyerhoff wundert sich.

Der vielfach ausgezeichnete Schauspieler Joachim Meyerhoff, geb. 1967, ist auch ein sehr erfolgreicher Schriftsteller. Von ihm kennen wir aus seinem Romanwerk „Alle Toten fliegen hoch.“ vier Teile:

  1. „Amerika“ (2011),
  2. „Wann wird es endlich so, wie es niemals war.“ (2013),
  3. „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ (2015) und
  4. „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ (2017).

Den letzten Teil habe ich noch nicht gelesen. Kester Schlenz hat Meyerhoff für den „Stern“ (2.11.17) interviewt:

Stern: Was wäre aus Ihnen geworden, wenn Sie damals nicht auf die Schauspielschule gegangen wären?

Meyerhoff: Ich weiß nicht, was dann passiert wäre. Vielleicht habe ich auch deswegen all die Jahre durchgehalten, weil ich einfach nicht wusste, was ich sonst hätte machen sollen.

Stern: Man spürt ihre Freude am Formulieren. Wie schreiben Sie? Wie im Rausch – oder quälen Sie sich?

Meyerhoff: Es gibt beides. Manchmal brüte ich zwei Stunden über einer Stelle, mal fliegt mir was zu. Manchmal habe ich nachts Eingebungen. Dann springe ich aus dem Bett und schreibe sie sofort auf.

Stern: Was inspiriert Sie?

Meyerhoff: Neulich trug ich zu Hause eines meiner Lieblings-T-Shirts. Es hat schon einige Löcher. Mein dreijähriger Sohn sah mich an und sagte:

„Papa, du siehst aus wie meine Blockflöte.“

Das ist Weltliteratur. Besser geht es nicht. Von Kindern kann man viel lernen.

Stern: Ihre Bücher scheinen durchzogen zu sein von einem permanenten Gefühl der Verwunderung über sich selbst und einer tiefen Sehnsucht nach Ruhe und Frieden.

Meyerhoff: Die Verwunderung unterschreibe ich sofort. Ich wundere mich ununterbrochen über das, was um mich herum geschieht.

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