1718: Castorf über die Armee und eine schöne Frau

Der 1951 in der DDR geborene Frank Castorf war von 1992 bis 2017 der höchst erfolgreiche Intendant der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Künstlerisch und im Hinblick auf die Vernetzung mit der Gesellschaft. Sein Nachfolger Chris Dercon ist höchst umstritten. Kürzlich war die Volksbühne von Dercon-Gegnern besetzt. Dazu hat Nicole Konstantinou Fran Castorf für die SZ (28.9.17) interviewt.

Castorf: Ich halte übrigens auch die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht für einen Fehler.

SZ: Wie bitte?

Castorf: Die Armee hat den Vorteil, dass man, wenn man aus einer ganz bestimmten Gruppe oder Schicht kommt, nicht nur in dieser bleibt. Man könnte das auch soziale Vernetzung nennen, was da in der Armee geschieht: Man lernt andere Menschen und Lebensmodelle kennen. Das ist ein großes Privileg, weil diese Begegnungen nicht von der eigenen Egozentrik, dem „Ich-mach-mein-Ding“ oder einem My-Way-Denken geprägt sind. …

SZ: Sie leben gar nicht für die Kunst?

Castorf: Nein, eine schöne Frau ist für mich wichtiger als ein schöner Theaterabend. …

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