1702: Wahlumfragen sind bedenklich.

Wir haben uns an die ständigen Wahlumfragen von

der Forschungsgruppe Wahlen, Infratest Dimap, Forsa, Allensbach und Emnid

gewöhnt.

„Die Umfragen in der Zahl, Dichte und Wucht, mit der sie publiziert werden, sind ein Problem für die Demokratie.“ (Heribert Prantl, SZ 18.9.17)

Möglicherweise bilden die Umfragen die Trends nicht nur ab, sondern „gestalten“ sie. Tatsächlich fördert diese Demoskopie die Entpolitisierung, nämlich eine Politik, die statt nach Inhalten nach Zahlen gemacht wird. Der Unterschied zwischen Umfragen und Wahlen wird verwischt. Das ist eine Entwertung der Wahl. Der Einfluss der Umfrage wächst.

In anderen Ländern gibt es für Umfragen Sperrfristen von einer Woche bis zu einem Monat vor der Wahl. In Deutschland haben wir das nicht. Geschützt sind hier die Stunden zwischen Öffnung und Schließung der Wahllokale.

Angesichts der Ausweitung der Briefwahl sind Wahlumfragen noch problematischer. Die Veröffentlichung von Umfragen müsste eigentlich von dem Zeitpunkt an verboten werden, wo die Briefwahl beginnt.

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