1654: Feministinnen bezichtigen sich des Rassismus.

1. Die Chef-Theoretikerin der Gender Studies, Judith Butler (Berkeley), und die Berliner Gender-Forscherin Sabine Hark haben in der „Zeit“ (3.8.17) der Zeitschrift „Emma“ und ihrer Herausgeberin, Alice Schwarzer, Rassismus vorgeworfen. Das ist bei genauerem Hinsehen zwar gar nicht neu, aber doch so unglaublich, dass wir hier einen Blick auf die Kontroverse werfen. Den Vorwurf weist Alice Schwarzer zurück (Die Zeit 10.8.17).

2. Butler und Hark können nicht schreiben und sind deswegen für viele nur schwer verständlich.

3. Butlers Schrift „Das Unbehagen der Geschlechter“ (1990) hat die Gender-Theorie begründet. Demnach gibt es ein biologisches (sex) und ein soziales Geschlecht (gender).

4. Nicht nur die Geschlechterrolle ist danach relativ, sondern das Geschlecht selbst. Das kommt zum Ausdruck in Formeln wie

LGBTI*QA

(Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Intersexuelle, Queere und Asexuelle/Lustlose). Über G wie Gay wird noch gestritten, weil es im Englischen fröhlich heißt und nur im Amerikanischen schwul (Jan Feddersen, taz 10./11.6.17; Julia Friedrichs, Zeit-Magazin 14.6.17)

5. Simone de Beauvoir hatte in „Das andere Geschlecht“ (1949) gesagt: „Man wird nicht als Frau geboren, man wird es.“

6. Die Gender-Theorie suggeriert, dass wir uns unser Geschlecht aussuchen können. Wir müssen nicht mehr zwischen Geschlechtern wählen, wir können queer sein.

7. Das Wort „Frau“ wird abgeschafft. Geduldet nur noch mit dem Zusatz *.

8. Schwarzer dagegen meint, dass es Frauen durchaus noch gibt und dass sie in traditionell ihnen zugewiesene Rollen gezwungen werden (Einfühlsamkeit, Fürsorge, Kindererziehung, Haushalt usw.).

9. Butler hat 2003 die Burka gerechtfertigt. „Der Verlust der Burka kann eine Erfahrung von Entfremdung und Zwangsverwestlichung mit sich bringen.“

10. Butler ist mit einer Frau verheiratet. In außerwestlichen Kulturen würde sie dafür geächtet oder mit dem Tode bedroht.

11. 2010 hat Butler den „Zivilcourage-Preis“ des Berliner „Christopher Street Day“ abgelehnt, weil dessen Verantwortliche „Rassisten“ seien.

12. Auf Anfrage der „taz“ sagte sie, man solle sich nicht um die Schwulenfeindlichkeit der arabischen und türkischen Community kümmern, sondern um die von Neo-Nazis (so funktioniert es immer: wenn man nicht mehr weiter weiß, verweist man auf die Nazis).

13. 2012 bekam Butler den Adorno-Preis. Das hat die jüdische Gemeinde kritisiert, weil Butler Israel das Existenzrecht abspreche.

14. Butler und Hark finden die Charakterisierung der etwa 2000 muslimischen Migranten, die in der Silvesternacht 2015 in Köln in Gruppen sexuelle Gewalt geübt hatten, als „rassistisch“. Aha!

15. Schwarzer schlägt vor, genau zwischen dem Islam und dem Islamismus zu unterscheiden.

16. Schwarzer zu Köln 2015: „Uns Frauen sollte gezeigt werden, dass wir am Abend nichts zu suchen haben im öffentlichen Raum – oder aber Flittchen und Freiwild sind. Von Köln bis Kairo.“

Mein Kurzkommentar: An der Silvesternacht in Köln 2015 scheiden sich die Geister. Wer die sexuellen Gewalttäter, die in Gruppen agierten, als solche bezeichnet, ist in den Augen von Butler und Hark ein Rassist.

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