1630: „Mescalero“ verurteilt Gewalt gegen G 20-Gipfel.

Als „Mescalero“ hatte Klaus Hüllbrock, 69, sich 1977 in einem studentischen Pamphlet zu seiner

„klammheimlichen Freude“

über die Ermordung des Bundesanwalts Siegfried Buback bekannt. Die RAF hatte den Bundesanwalt und seine zwei Begleiter kurz zuvor in Karlsruhe ermordet. Die Empörung war groß, Hüllbrock wurde aber nicht gefunden. Drucker, die das Pamphlet nachdruckten, wurden schwer bestraft. Professoren, die den Text publizierten und zur Debatte stellen wollten, wurden als „Sympathisanten“ gekennzeichnet.

Was schon seinerzeit in der allgemeinen Aufregung unterging, war die Tatsache, dass „Mescalero“ in dem Pamphlet hauptsächlich die RAF aufforderte, mit der Gewalt aufzuhören und umzukehren. „Wir müssen davon runterkommen, die Unterdrücker des Volkes stellvertretend für das Volk zu hassen (…). Unser Weg zum Sozialismus (wegen mir: Anarchie) kann nicht mit Leichen gepflastert werden.“

Klaus Hüllbrock meldete sich erst 2001, als der damalige grüne Umweltminister Jürgen Trittin beschuldigt wurde, „Mescalero“ zu sein, mit dem Hinweis, dass er, der ehemalige „Mescalero“, seit 1977 in seiner Arbeit ausländischen Studenten und Wissenschaftlern Deutsch beigebracht hatte.

Nun hat sich Hüllbrock wieder gemeldet. In der „taz“. Als Reaktion auf den „Kampftext“ des ehemaligen RAF-Terroristen Karl-Heinz Dellwo, der die Krawalle in Hamburg beim G 20-Gipfel als „Riot“ (Aufruhr, W.S.) bejubelt hatte. Hüllbrock: „Mir ist ganz schlecht geworden. Der G 20-Protest ist dumm gelaufen. Die ganze Bewegung läuft dumm. So kommt sie den Herrschenden niemals bei.“ (Willi Winkler, SZ 15./16.7.17)

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