1414: Putins Ideologie

Alice Bota („Die Zeit“ 8.12.16) schreibt über Wladimir Putins Weltanschauung:

„Putin geht es heute nicht darum, die Sowjetunion wieder zu errichten. Die Hälfte der Russen mag deren Untergang bedauern; aber sie zurückhaben, das will nur eine Minderheit. Vorherrschend ist nun eine Ideologie aus Versatzstücken, in der auch sowjetische Elemente ihren Platz haben. Die Stärke dieser Ideologie ist ihre Flexibilität und ihre Fähigkeit zur Camouflage. Sie lässt sich schwer greifen, und sie verändert sich, wenn die Begebenheiten es verlangen. Sie kann selbst die größten Widersprüche aushalten: Antifaschismus zu predigen, aber Rechtsextreme im Ausland zu unterstützen. Den Patriotismus zu beschwören, aber das eigene Land ausrauben. Russlands Größe zu preisen (und damit ja all seine Etnien), aber den Nationalismus zu befeuern. Militärische Interventionen zu verurteilen und zugleich das syrische Aleppo in Schutt und Asche bomben. Hier sowjetische Symbolik hochzuhalten, da jene aus der Zarenzeit, garniert mit dem Segen der russisch-orthodoxen Kirche.“

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