Über die Lücke zwischen den Gehältern von Frauen und von Männern in Deutschland wird sehr viel bramarbasiert. Und es sind viele Nebelwerfer an der der Debatte beteiligt. Nun lässt die Tatsache hoffen, dass eine 45-jährige Journalistin, die seit neun Jahren für das ZDF-Magazin „Frontal“ arbeitet, das ZDF im April 2015 auf 70.000 Euro Entschädigung verklagt hat. Das zuständige Berliner Arbeitsgericht kann eventuell der Journalistin helfen, sich gegen die „Lohnlücke“ zu wehren, die nach Experten-Schätzungen zwischen 5,5 und 8 Prozent beträgt. Denn nach den Angaben von Birte Meier verdienen jüngere Männer beim ZDF wesentlich mehr als sie.
„Wie erfolgeich die Journalistin mit ihrer Klage sein wird, ist fraglich. Denn am ersten Verhandlungstag in Berlin wurde vor allem klar: Es ist eine Sache, weniger Geld zu verdienen. Und eine vollkommen andere, nachzuweisen, dass dahinter eine systematische Ungleichbehandlung steckt.“ (Verena Mayer, SZ 12.12.16)
Das ZDF betont, dass nach Tarifvertrag bezahlt wird. Danach werden bemessen
die ausgeübte Tätigkeit und
die spezifische Berufserfahrung.
Das ZDF hat beantragt, die Klage von Birte Meier abzuweisen.
Es bleibt also einzelnen Frauen nichts anderes übrig, als den Mut zu haben, vor Gericht zu ziehen und damit ihre Karriere aufs Spiel zu setzen. Der Anwalt von Birte Meier sieht das ZDF in der Pflicht, das sich als öffentlich-rechtliche Anstalt verpflichtet habe, Benachteiligungen von Frauen durch „besondere Maßnahmen“ zu beseitigen.
Wir hoffen weiter.