1390: Folgen der Globalisierung

1. Spätestens seit dem Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl, eigentlich aber schon seit dem Siegeszug derjenigen, die wir in Europa die „Rechtspopulisten“ nennen, ist klar, dass die Globalisierung auch Verlierer kennt, ganze Staaten, Branchen, Unternehmen und Einzelpersonen.

2. Bei den Menschen handelt es sich tatsächlich um Abgehängte, sie fühlen sich nicht nur so.

3. Wir haben es mit einer „Krise der Gleichheit“ (Pierre Rosanvallon, geb. 1948) zu tun. Verteilung (Löhne und Gehälter) und Umverteilung (Steuerpolitik) führen nicht mehr zu dem Gefühl, dass Gerechtigkeit herrscht.

4. Das ungeliebte Establishment sind wir: mit unseren Professorenstellen, Ressortleiterjobs, Vorstandsposten, Gewerkschaftsvorständen, Chefarztstellen, Schulleitungen, Psychotherapiepraxen etc.

5. Ob das Milieu des links-liberalen Bildungsbürgertums willens ist, denjenigen politisch zu helfen, die nicht dazugehören, bleibt unklar.

6. Die Menschen haben, verdammt noch einmal, keine Lust mehr, von solchen Schlaubergern wie mir belehrt zu werden, die doch so tun, als wüssten sie, wo Bartel den Most holt.

7. Ob das Prekariat aber motiviert ist, den Weg zu beschreiten, der es aus seiner Misere herausführt, den Weg von Ausbildung und Bildung, wage ich zu bezweifeln.

8. Möglicherweise stehen wir tatsächlich an der Schwelle zu einem „autoritären Jahrhundert“ (Ralf Dahrendorf, 1929-2009).

9. Globale Plutokraten gewinnen an Einfluss. Sie beherrschen manchmal schon ganze Staaten.

10. Von den Phänomenen der Globalisierung stark betroffen sind die Ostdeutschen, von denen 40 Prozent mindestens die Hälfte ihres Einkommens aus Transferleistungen beziehen (Sighard Neckel, SZ 22.11.16).

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