1359: Die Grünen = zwei verschiedene Parteien

Der taz-Chefredakteur Georg Löwisch kennt die Grünen sehr gut. Er begründet, dass die Urwahl die Machtverhältnisse in der Partei klären soll. Eigentlich bestünden die Grünen aus zwei Parteien.

„Die erste Partei hat als Ideal den moralischen Reinraum, dessen Schleusentechnik beim Erkennen von Realostaub Alarm auslöst. Die zweite Partei erhebt die koalitionstechnische Kompromisslerei zum Kult.“

„Die erste Partei möchte Reiche möglichst reich lassen, damit diese das Klima mit retten können. Die zweite Partei möchte die Reichen dagegen schröpfen, damit der Staat das Klima besser retten und die Gesellschaft gerechter machen kann.“

„Neulich hat Cem Özdemir, der Parteichef der einen Grünen, bei ‚Spiegel Online‘ ein hartes Vorgehen des Westens gegen Putin verlangt. Woraufhin sich Simone Peter, Parteichefin der anderen Grünen, gegen Säbelrasseln wandte und die Einbindung Putins forderte.“

Durch die Partei geht ein Riss. Die eine grüne Partei regiert am selben Tisch mit, wo die andere Opposition betreibt. Dummerweise steht im Herbst 2017 schon wieder eine Bundestagswahl an. Da kommt alles auf einmal.

„Linksgrüne Persönlichkeiten mit Bindekraft stehen ihnen an der Spitze von Partei und Fraktion nicht zur Verfügung. Anton Hofreiter fehlen Erfolge. Und Simone Peter hat ungefähr so viel Ansehen, wie wenn man früher Claudia Roths Standing von dem Jürgen Trittins abgezogen hätte.“

In Robert Habeck sieht Löwisch den Jamie Oliver der Partei, der dafür steht, die schwarz-grüne Juniorversion von Winfried Kretschmann zu sein (Georg Löwisch, taz 20.10.16).

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