Einige Wahlergebnisse der CDU aus der letzten Zeit waren für die Partei nicht gerade zufriedenstellend. Darauf heben besonders ihre Gegner ab, denen es meistens nicht viel besser geht, siehe SPD. Sellering in Meck-Pomm hat sich zum „Sieg“ geschlichen, ließ am Ende populistische Töne vernehmen. Und Müller in Berlin muss nun Rot-Rot-Grün versuchen, wovon ich, wie viele von Ihnen wissen, gar nichts halte. Besonders nicht im Bund. Dort ist es m.E. unmöglich.
Bei den Gegnern der CDU schien es so, als gerate Merkel so weit unter Druck, dass ihre Kanzler-Kandidatur gefährdet werde. Da kann ich nur sagen: hier fehlt es an analytischer Schärfe. Die Union ist bisher stets so machtbewusst gewesen, dass sie bei den Kandidaten die beste Lösung gefunden hat (außer 1980 mit Franz-Joseph Strauß). Dieses Mal lautet sie: Angela Merkel. Es ist niemand da, der in Ost und West, in Nord und Süd die Unionssympathsisanten so motivieren könnte wie sie. Gerüchte wollen wissen, dass Wolfgang Schäuble, den ich für einen guten Finanzminister halte, als Alternative bereitsteht. „Die Tatsache, dass Schäuble seit einem Vierteljahrhundert in der CDU immer als die starke Alternative gilt, spricht Bände über die Union, Schäuble und auch über Merkel.“ (Kurt Kister, SZ 24./25.9.16)
Und so wird Angela Merkel 2017 die Kanzlerkandidatin der Union sein.
Sie steht für eine humane und moderne Politik, bei der natürlich noch nicht alle mitkommen.
In der SPD ist Gabriel nicht unumstritten. Immerhin ist da noch Olaf Scholz, der sich klugerweise bisher zurückhält. Die Grünen machen ja gerade erst eine Urwahl. Hoffentlich versammeln sich hinterher alle hinter der Kandidatin oder dem Kandidaten. Die FDP hat die Funktion, der AfD ein paar Stimmen abzunehmen. Und die Linken haben ein Duo an der Spitze, wo beide garantiert nicht als Kanzler geeignet sind.