1298: Warum Donald Trump US-Präsident wird

Der anerkannte linke Dokumentarfilmer Michael Moore hat in der „Huffington Post“ erläutert, warum Donald Trump der nächste US-Präsident wird (Bernd Graff, SZ 26.7.16):

„1. werde sich Trumps Wahlkampf auf die Great-Lakes-Region konzentrieren, die Staaten Michigan, Ohio, Pennsylvania, Wisconsin, die – wegen der heruntergekommene Autoindustrien – der Rostgürtel genannt werden. In diesen ehemals von Demokraten regierten Staaten hätten die Menschen schon in den Vorwahlen für Trump gestimmt. Trump habe ihnen damals Unterstützung und nun Strafzölle auf Auslands-Importe versprochen.

2. gebe sich Trump als die letzte Hoffnung des ‚wütenden weißen Mannes‘, der eine Frau nie und nimmer als Boss dulden wolle, und dem diese ganze Transgender-Correctness auf die Nerven gehe. Demnächst müsse man sich vermutlich von einem Hamster regieren lassen.

3. sei das allergrößte Problem bei dieser Wahl nicht Trump, sondern die Demokratin Hillary. Niemand glaube ihr, viele fürchteten, dass sie einen Krieg anzetteln könnte. Sie verkörpere eine alte Politik, die nur an den eigenen Vorteilen, nicht an das Wohl des Volkes denke.

4. würden die unterlegenen Bernie-Sanders-Befürworter zwar vermutlich für Hillary stimmen, aber eben nicht enthusiastisch, sondern nur deprimiert das kleinere Übel wählen. So werde ihnen im entscheidenden Moment die Energie fehlen, weitere Wähler an die Urne zu ziehen – wie es die Obama-Fans seinerzeit vorgemacht hätten.

5. werde es in Anlehnung an ein Wahldebakel der Neunzigerjahre in Minnesota auch noch den ‚Jesse Ventura Effekt‘ geben. Damals wurde ein Wrestler zum Gouverneur gewählt, weil die Bürger seinen Konkurrenten einen Denkzettel verpassen wollten. Die Wut sei jetzt ähnlich groß, das politische System und seine Akteure seien herabgewirtschaftet, den Showmenschen habe man eben gewählt – ‚weil man es konnte‘.“

Liebe Leserinnen und Leser, bei aller Ironie, die zwischen den Zeilen hervorscheint, fürchte ich, dass dieses Szenario wahrscheinlicher ist, als wir es uns wünschen können. Insbesondere Punkt 3 scheint mir von Gewicht.

Michael Moore will weiterkämpfen.

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