1291: Julius Schoeps misstraut Ignaz Bubis.

Der bekannte jüdische Historiker Julius H. Schoeps, der inzwischen emeritiert ist, hat ein Buch über seine Begegnungen mit anderen Juden herausgegeben, die sich ebenso wie er sehr mit dem Verhältnis von Juden und Deutschen beschäftigt haben:

Julius H. Schoeps: Begegnungen. Berlin (Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag) 2016, 421 S., 22,95 Euro (Klaus Hillenbrand, taz 16./17.7.16).

Wir erfahren sehr viel über Philipp Auerbach, den Konservativen Ernst J. Cramer, der im Springer Verlag Karriere machte, den linken Historiker Walter Grab, der in Tel Aviv blieb, und den Friedensaktivisten Uri Avnery (Helmut Ostermann), der sich bei der israelischen Obrigkeit unbeliebt machte. Pikant ist die Darstellung der Begegnung mit Ignaz Bubis, dem 1999 gestorbenen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, dem es Schoeps nicht nachsehen kann, dass er sich in Israel begraben ließ. Schoeps zieht daraus den Schluss, dass Bubis daran gezweifelt habe, dass Deutschland ein Ort für Juden sei. Hier bewegt sich Schoeps ganz in den Fußstapfen seines Vaters, des bereits 1946 aus dem Exil zurückgekehrten Religionshistorikers Hans-Joachim Schoeps.

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