Meera Jamal, eine pakistanische Journalistin, lebt seit 2008 in Deutschland. Sie beschreibt, wie sie sich nach der Kölner Silvesternacht hier fühlt (SZ 23.2.16).
„Egal wie man die Ereignisse auch nennen mag, ich fühle mich seither weniger sicher unter dem beharrlichen, prüfenden Blick der arabisch aussehenden Männer, die in jüngster Zeit neu in die Stadt gekommen sind. Irgendwie erinnert mich das daran, wie ich mich in Pakistan gefühlt habe, unwohl und verletzlich. In Pakistan – einem islamischen Land, in dem die Scharia Verfassungsrang hat – ist außerehelicher Sex verboten und strafbar. Trotzdem wurden drei von fünf Frauen in dem Land schon einmal in der Öffentlichkeit begrapscht oder anders sexuell belästigt. Es ist noch nicht lange her, dass eine Frau vier Zeugen benennen musste, wenn sie den Vorwurf erhob, vergewaltigt worden zu sein. Sexhungrige barbarische Männer erregen sich in pakistanischen Moscheen ganz offen, wenn von den ‚Jungfrauen‘ die Rede ist, die ihnen nach dem Tod zufallen, an der lebhaften Beschreibung ihrer Brüste, Haare und ihrer Haut. Sie rechtfertigen sich damit – ganz ähnlich wie arabische Männer – dass eine Frau, die ihr Haus verlässt, ‚wünscht‘ vergewaltigt zu werden. Sie möchte Männer verführen. Wenn sie Jeans trägt, knappe Kleidung oder Kleidung, die Haut freilässt, ist das eine Einladung zum Sex.“
Das gibt Ärger mit Feministinnen.