1. Die europäischen Institutionen (Kommission, Parlament etc.) möchten Großbritannien aus historischen, politischen und ökonomischen Gründen bei Europa (in der EU) halten.
2. Die britische Regierung möchte ihr Land hauptsächlich aus ökonomischen Gründen (z.B. Finanzplatz London etc.) in der EU lassen.
3. Trotzdem musste die britische Regierung wegen der Europafeinde von UKIP, der Euopaskeptiker in der Konservativen Partei und Unsicherheiten bei den Wählern mit der EU über Reformen verhandeln.
4. Die Reformen sind, was bei einer konservativen Partei nicht verwundert, im Wesentlichen Sozialabbau und Beruhigung der britischen Skeptiker, aber sie gefährden Europa noch nicht.
5. Nun sind immer noch sechs (6) von 29 Ministern für einen Austritt aus der EU. Dazu kommt der Londoner Bürgermeister Boris Johnson, der sich seit Längerem gegen David Cameron aufbaut.
6. Das darf aber nicht dazu führen, dass Großbritannien Europa erpresst. Was tun die Briten eigentlich für Europa?
7. „Europa ist zu einem Club dumpfdreister Egoisten verkommen. Dabei bräuchten die Europäer so sehr eine starke EU. Denn ihre Idee der offenen, demokratischen, liberalen Gesellschaften gewinnt nicht mehr an Terrain – sie verliert an Boden. Die neuen Autokratien in Russland und der Türkei sind dafür Beispiele. ‚Starke Männer‘ wie Putin oder Recep Tayip Erdogan faszinieren immer mehr Menschen. Tyrannen wie der Syrer Baschar al-Assad verwüsten die europäischen Nachbarregionen. Und die USA sind immer weniger dazu bereit, ihre schützende Hand über Europa zu halten.“ (Stefan Ulrich, SZ 22.2.16)