Schon jetzt sind die wieder eingeführten Kontrollen an den deutschen Grenzen für die Unternehmen eine erhebliche Belastung. Sollten diese Abfertigungen, wie Minister Dobrindt (CSU) und seine Partei es fordern, weiter verschärft werden, würde dies zu massiven wirtschaftlichen Schäden führen.
„Eine Beschädigung oder gar Scheitern des Schengenraums wäre ein schwerwiegender Rückschlag für die Europäische Union und ihre Bürgerinnen und Bürger“, so heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), des Bundesverbands der Arbeitgeberverbände (BDA) und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.
2014 wurden Waren im Wert von 1.200 Milliarden Euro exportiert. Das entspricht 38,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Gleichzeitig wurden Waren im Wert von 900 Miliarden importiert. 60 Prozent des Außenhandelsvolumens kommen aus dem innereuropäischen Handel. Knapp 80 Prozent des Warenverkehrs erfolgen über die Straße.
Personenkontrollen würden nach Hochrechnungen des deutschen Speditions- und Logistikverbands (DSLV) für Transporteure mit deutschen KfZ-Kennzeichen jährliche Mehrkosten von 18,5 Millionen Euro mit sich bringen. Lastwagen mit deutschen KfZ-Kennzeichen haben bisher einen Marktanteil von 20 Prozent. Die entstehenden Mehrkosten liegen insgesamt bei 90 Millionen Euro im Jahr, so der DSLV. Unternehmen müssten mehr Fahrzeuge und mehr Fahrer einsetzen. Das gilt erst recht, wenn Lastwagen durchsucht würden, etwa nach illegal Einreisenden.
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) meint, dass Grenzkontrollen Sand im Getriebe „unseres arbeitsteiligen Wirtschaftens“ seien. Es müsste eine ganz neue Logistikstruktur aufgebaut werden. Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen nimmt bei Grenzkontrollen einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden für Deutschland an. Er würde zu großen Wohlfahrtsverlusten führen (Anja Krüger, taz 25.1.16).