1. Die griechischen Wähler müssen die Verantwortung für ihr Votum übernehmen. Selbst dann, falls sie in großen Teilen nicht gewusst haben, was sie tun.
2. Der Sieg der Regierung Tsipras könnte sich als Pyrrhussieg erweisen.
3. Die Logik der Suppenküche, auch mit europäischer Hilfe, drängt sich außerhalb von Rettungsprogrammen auf. Ob das dem griechischen Stolz entspricht?
4. Es sieht so aus, dass Griechenland den Euro verlassen muss. Zwangsläufig dann, wenn das Bankensystem zusammenbricht.
5. Ein weiterer fauler Rettungskompromiss wäre kurzfristig billiger als der Grexit. Aber die griechische Umdeutung des europäischen Regelbuchs würde zum Zerfall der Euro-Zone und zur Zerstörung der Währung führen.
6. Nötig wäre ein großes Reformprogramm, damit der griechische Staat die Klientelwirtschaft überwindet und moderne wirtschaftliche und politische Strukturen aufbaut.
Ein solches Programm hat die Mehrheit der Griechen abgelehnt (Stefan Cornelius, SZ 7.7.15)