986: „Populisten“ im Süden Europas = Schüler Juan Perons

Die „Populisten“ im Süden Europas, die in Griechenland jetzt schon die große Katastrophe herbeigeführt haben, sind Schüler von Juan Peron (1895-1974) und des

Peronismus.

Das gibt uns einen Begriff davon, was uns noch bevorstehen könnte. Peron (der Caudillo) regierte Argentinien von 1946 bis 1955 (zwei Wahlperioden), bis er vom Militär gestürzt wurde. 1973 wurde er nochmals für eine kurze Zeit Präsident. Seit 1955 brachte er 18 Jahre im spanischen Exil (unter General Franco) zu. Argentinien ist heute noch vom Peronismus bestimmt. Ein solches System von Korruption, Klientelismus und Misswirtschaft ist wirklich selten auf der Welt. Und Argentinien hat uns vorgemacht, was folgt, wenn der Peronismus an die Macht kommt:

der Schuldenschnitt.

Ich übersehe dabei nicht, dass einige US-amerikanische Großkonzerne einen verhängnisvollen Einfluss auf die argentinische Wirtschaft haben, insbesondere auf die Landwirtschaft (Gen-Produkte). Sie waren auch schon 1973 in Chile dabei. Bei der Inthronisierung des Diktators Augusto Pinochet. Der Spiritus Rector der Vorgänge damals war bekanntlich Henry Kissinger.

Der Cheftheoretiker der südeuropäischen „Populisten“ ist Ernesto Laclau (1935-2014). In Anlehnung an den italienischen marxistischen Theoretiker Antonio Gramsci (1891-1937), der die Lehre von der „kulturellen Hegemonie“ entwickelt hatte, favorisierte Laclau die These von der „Volksbildung“, der Etablierung einer neuen politischen Hegemonie des Volkes. Zugute kam ihm dabei, dass die „alten Eliten“, die „Kaste“, moralisch und politisch völlig abgewirtschaftet hatten. Das war sowohl in Argentinien als auch in Griechenland der Fall. Das nächste Land, das so „erobert“ werden soll, ist Spanien, wo „Podemos“ von „Syriza“ lernt und die kommenden Wahlen im Auge hat (Jan-Werner Müller, SZ 7.7.15).

Vorbilder für die südeuropäischen „Populisten“ sind die südamerikanischen Staaten Venezuela, Bolivien und Ecuador. Dort wurden unter Beugung der Verfassung „Volksführer“ ( so etwas Ähnliches wie Caudillos) installiert. Wie Hugo Chavez. Mit ihrer „radikalen Demokratie“. Die kann nicht immer Rücksicht nehmen auf die Mehrheitsverhältnisse, sondern beansprucht häufig, den „wahren“ Volkswillen besser zu kennen als die Wähler.

Was fehlt eigentlich in den Ländern, in denen „Populisten“ eine so große Rolle spielen? Die Antwort ist klar und erschreckend:

eine funktionierende Sozialdemokratie.

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