In der SZ (4./5.7.15) beschäftigt sich Harald Eggebrecht mit Christian Thielemanns Karriere. Er schreibt:
„Wer sich nämlich Thielemanns Laufbahn genauer anschaut, wird eine deutliche Spur von Verstimmungen und Krächen nicht übersehen können. Ob als Generalmusikdirektor in Nürnberg, als Chefdirigent an der Deutschen Oper Berlin oder bei den Münchener Philharmonikern – überall zeigte sich, dass dieser Kapellmeister die eigenen Vorstellungen nicht nur verfolgt, sondern ziemlich forsch durchsetzt. Kommt es, warum auch immer, zu Friktionen, angeblichen Intrigen oder vermeintlich unheilbaren atmosphärischen Störungen, kann Thielemann rasch die Lust verlieren. Gerade soll er mit seiner Robustheit in Bayreuth bewirkt haben, dass sich die Co-Intendantin Eva Wagner-Pasquier vom Festspielhaus fernhalten muss. Für viele war Thielemann auch der Favorit, als es um die Nachfolge von Simon Rattle bei den Berliner Philharmonikern ging. Doch an seinem Wesen schieden sich wohl die Philharmonikergeister.“