5076: Auch die evangelische Kirche versagt im Umgang mit sexuellem Missbrauch.

Vor knapp einem Jahr erschien die erste umfassende Studie zu sexuellem Missbrauch in der evangelischen Kirche in Deutschland. Dabei wurde klar, dass auch hier Kinder von Pastoren oder in Heimen der Diakonie sexuell missbraucht und vergewaltigt worden waren. Eine Sondersynode wurde gefordert, fand aber nicht statt. Viele Gemeinden taten so, als wollten sie zur Tagesordnung übergehen („noch so ein Krisenthema“). Eine angemessene Auseinandersetzung insbesondere mit den Opfern fand nicht statt.

„In ihrer Studie attestieren die ..-Forscher der Kirche im Umgang mit Betroffenen schwere Mängel: Sie wurden pathologisiert, emotionalisiert und gegeneinander ausgespielt. Jene Betroffene, die sich der Logik der KIrche unterwarfen, wurden als hilfreich und konstruktiv aufgewertet. Jene, die sich distanzierten und die Kirche anklagten, wurden ausgegrenzt.“ (Annette Zoch, SZ 13.11.24)

Flauschiger Kirchsprech sollte alles zudecken. Obwohl: „Die Betroffenen haben alles Recht, unversöhnlich zu sein, auf Distanz zu gehen, die Institution anzuklagen. Das muss diese aushalten.“ Das Thema überschattet alles, „was die Kirche sonst tut, fordert und sagt.“

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