4407: Streit bei der Aufarbeitung der DDR-Diktatur

Ines Geipel war in der DDR eine Weltklassesprinterin, wurde selbst Opfer des Staatsdopings und beteiligt sich seit langer Zeit (u.a. mit mehreren Büchern) an der Aufarbeitung der DDR-Diktatur. Sie blickt besonders schonungslos auf den Arbeiter-und-Bauern-Staat. Inzwischen ist sie Professorin an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Bei anderen „Aufarbeitern“ ist sie nicht besonders beliebt. So bei Ilko-Sascha Kowalczuk und Rainer Eckert. Dessen letztes Buch

Umkämpfte Vergangenheit. Die DDR-Diktatur in der aktuellen Geschichtspolitik der Bundesrepublik Deutschland. Leipzig 2023, 435 S., 40 Euro

ist besonders umstritten. Es zeigt nochmals, dass die DDR-Opposition keine homogene Gruppe war. Nach der Vereinigung brach sie wieder auseinander und ist heute an den verschiedensten Stellen, in Parlamenten und Parteien aktiv. Es ist von „Heimtücke“, „Verleumdung“ und „geringer Expertise“ die Rede. Umstritten sind die Gedenkstätte Hohenschönhausen und die Historische Kommission beim Parteivorstand der SPD. In manchen Aufarbeitungsgruppen dominieren Narrative über die DDR, die weniger die Diktatur als die „Heimat“ im Blick haben (Norbert F. Pötzl, SZ 10.7.23).

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