In seiner Rede auf das Grundgesetz hat Navid Kermani, der Schriftsteller und Islamwissenschaftler, die deutsche Asylpolitik kritisiert und Deutschland gelobt. Nils Minkmar schreibt dazu in der FAZ (24.5.14):
„Navid Kermani erinnerte während des Festakts zum 65. Geburtstag des Grundgesetzes daran, wozu man Intellektuelle braucht: um Reden zu halten, in denen etwas gesagt wird. Da war nicht nur seine feinsinnige und kluge Analyse der Sprache des Grundgesetzes, die er in ihrer Wirkmächtigkeit mit jener der Lutherbibel verglich. Da war vor allem der Gedanke, dass die historischen Fortschritte der Nachkriegszeit nicht möglich gewesen wären, hätten die damaligen Politiker so manisch auf die Umfragen geschaut, wie das heute der Fall ist. Kermani setzte, was Klugheit, Mut und Herzensbildung angeht, Maßstäbe für Reden im Bundestag. Ein virtuoser Redner wie Peer Steinbrück hatte danach Tränen in den Augen. Höhepunkt der Rede aber war seine Feststellung, dass wir als Deutsche und Europäer auf der Höhe unserer Möglichkeiten und im Einklang mit unseren Werten sind, wenn wir offen sind für das Leid der Anderen, wenn wir Hilfe leisten, Schutz gewähren und Selbstkritik üben. Nicht, wenn wir, weil uns nichts einfällt und uns die Rechten einschüchtern, Wahlkämpfe zu Lasten Dritter, etwa der Rumänen, veranstalten, die Menschen gegeneinander aufhetzen und uns verzagt der Angst hingeben.“