3875: Sinkiang – ein großes chinesisches Internierungslager

Sinkiang (Xinjiang) ist Chinas Westprovinz und die Heimat der Uiguren und anderer muslimischer Gruppen. Ein Hacker hat jetzt enthüllt, dass es sich dabei ein großes Internierungslager handelt. China entfaltet hier seine Qualtäten als Überwachungsstaat. Angeblich sollen die Menschen dort vor dem Terrorismus bewahrt werden. Deswegen leben sie in Lagern hinter Stacheldraht und mit Wachtürmen. Ehemalige Insassen haben von Misshandlungen und Vergewaltigungen berichtet. Nach chinesischen Angaben ist das Ziel dort „Gehirnwäsche“.

Viele ausländische Beobachter sprechen von „Genozid“. Ausbrecher sind zu erschießen. International zugänglich gemacht wurden jetzt Listen von Internierten und Schulungsunterlagen. Schwer bewaffnetes Personal bewacht die Internierten. Angesichts der Enthüllungen kommt der Besuch der UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet für die Chinesen höchst ungelegen. Sie will sich dezidiert in Sinkiang informieren. Die Internierungsrate ist in Sinkiang 64-mal höher als in Rest-China. Dort gibt es mehr als 1,2 Millionen internierte Uiguren. Deren „Verbrechen“ bestehen u.a. darin, ihr Handy nicht zu benutzen, um nicht überwacht werden zu können. Die Volksrepublik China bestreitet die Vorwürfe (Kai Strittmatter, SZ 25./26.5.22).

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