3756: Harald Martenstein verlässt den „Tagesspiegel“.

Nachdem der „Tagesspiegel“ Harald Martenstein Kolumne „Nazi-Vergleiche“ im Internet gelöscht hatte, trennte sich der Kolumnist von seinem Blatt, für das er seit 1988 gearbeitet hatte. Martenstein, der auch Kolumnist im „Zeit“-Magazin ist, hatte über das Tragen von „Ungeimpft“-Armbinden in der Form von „Judensternen“ bei Demos gegen die Corona-Maßnahmen geschrieben. Demonstranten wollten sich dadurch „zum totalen Opfer machen“. Das sei „immer eine Anmaßung, auch eine Verharmlosung, es ist für die Überlebenden schwer auszuhalten“.

Jedoch sei der „Judenstern“ bei den Demos „sicher nicht antisemitisch“, denn seine Träger identifizierten sich mit den in der NS-Zeit verfolgten Juden. An dieser Sichtweise gab es „sowohl innerhalb der Redaktion als auch von Leserinnen und Lesern“ starke Kritik. Martenstein: „Ich habe meine Meinung nicht geändert. Vielleicht irre ich mich. Wo man glaubt, nur man selbst sei im Besitz der Wahrheit, bin ich fehl am Platz.“ (Tyc, SZ 21.2.22)

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