1975 sang der damals 34-jährige Placido Domingo in Hamburg Giuseppe Verdis Otello. Den bildungsfernen und emotional wenig gefestigten Soldaten. Er heiratet einem Patrizier gegen dessen Willen seine Tochter weg. Später erliegt er seiner Eifersucht und erwürgt die Frau. Eine der ganz großen Partien der Opernwelt. Placido Domingo hat den Otelleo noch etwa 200 mal gesungen. Er hatte 150 Partien im Repertoire und absolvierte 1988 seinen 2000. Bühnenauftritt. Und er hat zwei Opernhäuser geleitet. Er wechselte vom Tenor- ins Bariton-Fach und wurde vor Anna Netrebko und Jonas Kaufmann der erfolgreichste und beliebteste Opernsänger der Welt. Sagenumwoben der Auftritt mit Luciano Pavarotti und José Carreras als die „Drei Tenöre“. Den Otello hat er 1986 in der Verfilmung von Franco Zeffirelli gesungen. Überschattet wird sein Weltruhm in jüngster Zeit von Vorwürfen sexueller Belästigung. Das teilt Placido Domingo mit anderen Künstlern von Weltformat (Reinhard J. Brembeck, SZ 21.1.21).