3096: Anzeigenblätter gehören zur Presse.

Anzeigenblätter finanzieren sich zu 100 Prozent aus Werbung. Sie sind deswegen nicht besonders angesehen. Es gibt von ihnen ca. 1.200 Titel mit einer Gesamtauflage von fast 80 Millionen. Der Geschäftsführer des Bundesverbands deutscher Anzeigenblätter (BVDA), Sebastian Schaeffler, sagt: „Wir leben davon, dass wir durch die Präsenz im Briefkasten eine große Werbewirkung erzeugen.“ Und: „Wir sind Teil der Presselandschaft und wichtig für den demokratischen Willensbildungsprozess.“ Das stimmt, auch wenn wir nüchtern konstatieren, dass 80 Prozent der Anzeigenblätter zu den großen Regionalzeitungsverlagen gehören.

Durch Corona hatten die Anzeigenblätter einen Umsatzrückgang von 90 Prozent zu verzeichnen. 15 Prozent von ihnen sind verschwunden. Sie sollten in die staatliche Presseförderung (220 Millionen Euro vom Staat in den nächsten Jahren) einbezogen werden. Deutsche Gerichte haben die Anzeigenblätter immer wieder zur „Presse“ gezählt und sogar die Anzeige an sich geschützt. Das erscheint gerade angesichts von Fake News, Verschwörungserzählungen und Schüren von Angst sehr angebracht (Alexander Graf, taz 14.10.20).

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