- Alle die halbherzigen Versuche, den deutschen Kolonialismus irgendwie aufzuarbeiten, zeigen die ganze bisher nicht begriffene Misere.
- Den deutschen Kolonialismus gab es zwischen 1879 und 1919, also später und kürzer als etwa bei unseren europäischen Nachbarn (Großbritannien, Frankreich).
- Nach Kolumbus 1492 waren bald auch deutsche Händler Nutznießer der europäischen Welteroberung.
- Radikale Kolonialisten wie der Hamburger Carl Peters betrieben die „rücksichtslose und entschlossene Bereicherung des eigenen Volkes“ auf Kosten anderer.
- Die Deutschen herrschten mit Nilpferdpeitsche und Soldaten (u.a. Völkermord an den Herero und Nama).
- An der Kolonisation waren die deutschen wirtschaftlichen Eliten besonders aus Bremen und Hamburg beteiligt.
- Der anfangs zögerliche Bismarck wies dann „Schutzgebiete“ aus.
- Der deutsche Gouverneur von Kamerun, Jesko von Puttkammer, hielt die Einheimischen für das „faulste, falscheste und niederträchtigste Gesindel, welches die Sonne bescheinet, und es wäre sicher am besten gewesen, wenn sie bei der Eroberung des Landes wenn nicht ausgerottet, so doch außer Landes gebracht worden wären“ (der Ton weist auf die deutschen Konzentrationslager voraus).
- Der gegenwärtige Afrika-Beauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke, sieht im deutschen Kolonialismus etwas zivilisierend Gutes.
- Bei der Gestaltung des Humboldt-Forums in Berlin zeigt sich drastisch, dass ein richtiges Kolonialismus-Museum fehlt.
- In der ganzen EU gibt es kein solches Haus.
- „Einzig die westliche Besserwisserei sollte man sich dringend sparen.“
- Es ist auch nicht förderlich, wenn Shanty-Chöre aus Bremen-Vegesack und anderswo nach Namibia fahren (Hanno Rauterberg, Die Zeit 20.8.20).
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