2943: Frauen erhalten die Literaturpreise.

Dazu schreibt Felix Stephan (SZ 16.7.20):

„Der Ingeborg-Bachmann-Preis ging an die 80-jährige Helga Schubert, der Georg-Büchner-Preis an die 82-jährige Lyrikerin Elke Erb, der Sigmund-Freud-Preis an die die Historikerin Ute Frevert, der Johann-Heinrich-Merck-Preis an die Kritikerin Iris Radisch, der Heinrich-Heine-Preis an die Kritikerin und Buchhändlerin Rachel Salamander, der Joseph-Breitbach-Preis an die Jüngste im Bunde, die 1982 geborene Nora Bossong.“

„Themen und Wahrnehmungswelten, die lange als weiblich und damit kulturfern galten, sind längst hochkulturfähig. Dadurch ändert sich auch der Blick auf Gesamtwerke älterer Autorinnen, die nun rückwirkend ausgezeichnet wurden. Ute Frevert etwa ist berühmt geworden mit ihren Arbeiten zur Geschichte der Gefühle, Helga Schubert machte immer wieder ihr Dasein als Mutter zum Thema ihrer Erzählungen, Iris Radisch und Rachel Salamander behaupteten sich in der westdeutschen Literaturkritik jahrzehntelang in einer männlichen Hegemonie, Elke Erbs Gedichte werden heute vor allem von Jüngeren gelesen. Überfällig ist jede einzelne dieser Auszeichnungen.“

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.