Benno Schirrmeister möchte nicht, dass wir bei Christoph Kolumbus erfolgreichem Projekt von 1492 von der „Entdeckung Amerikas“ sprechen (taz 20./21.6.20). Er gehört zu den hartleibigen Anti-Kolonialisten, die uns nun Mores lehren wollen. Trotzdem führt er mehrere Fakten an, die mir bemerkenswert erscheinen:
1. Kolumbus‘ Projekt war motiviert von handfesten wirtschaftlichen Interessen (Bodenschätze) und militärisch ausgerichtet.
2. Kolumbus meldete dem spanischen König (Projekt: Reconquista), es sei ganz leicht gewesen, 50 Einheimische (heute: Indigene) zu überwältigen und sie dann dazu zu zwingen, das zu tun, was die Eroberer wollten.
3. Heute noch (2020) heißt ein Einkaufsviertel in Bremerhaven Columbus Center.
4. Die Einwohner Nordamerikas wurden vor 1492 auf 18 Millionen geschätzt, 400 Jahre später waren es noch 200.000.
5. Die Einwohner Südamerikas wurden auf gut eine Million geschätzt, nach zwölf Jahren 100.000.
6. Die Eroberer herrschten mit Verbrennungen, Plünderungen, Vergewaltigungen und Vernichtung durch Arbeit. Manche Techniken der Konzentrationslager des 19. und 20. Jahrhunderts wurden hier vorweggenommen.
7. Die Eroberer brachten ihren Auftraggebern in Spanien Gold, Gewürze und Sklaven.
8. Mit ihrer Schreckensherrschaft begann die Moderne (die Globalisierung).
9. Europa etablierte sich als Zentrum der Welt und universeller Maßstab.
10. Auf Kolumbus folgten der Sklavenhändler Vasco da Gama, der Vergewaltiger Magellan und der Mörder Vasco Balboa, blutig, sadistisch und erbarmungslos.