Siegfried Lenz, einer unserer größten Schriftsteller nach 1945, wäre heute 100 Jahre alt geworden. 2014 ist er gestorben. Durch seinen Jahrgang geriet er noch in die Wirren des Weltjkriegsendes. Er desertierte. Kam aus Dänemark nach Hamburg, das seine neue Heimat wurde. Lenz interessierte sich wirklich für die „kleinen Leute“ und schrieb über und für sie. Er schloss einen „Pakt mit dem Leser“. 1951 erschien „Es waren Habichte in der Luft“. 1955 der Erzählungsband „So zärtlich war Suleyken“. Überall findet sich eine Auseinandersetzung mit Ostpreußen. Lenz stand der SPD nahe, unterstützte die Politik Willy Brandts. War persönlich befreundet mit Helmut Schmidt. Siegfried Lenz entwickelte sich zu einer moralischen Instanz. Mit „Deutschstunde“ (1968) gelang ihm der auch internationale Durchbruch. Darin spielte der Maler Max Ludwig Nansen eine Hauptrolle. Geschildert nach Emil Nolde, von dem wir aus späteren Jahren wissen, dass er ein überzeugter Nazi und Rassist war (Lothar Müller, SZ 17.3.26).