1. Aberglauben ist sehr alt. Es gab ihn praktisch „schon immer“. In vielen Fällen dient er dazu, unsere Weltsicht zu vereinfachen.
2. In Zeiten einer als komplexer empfundenen Welt gewinnt der Aberglauben an Attraktivität.
3. Gestirne, die Natur, ein bizarres Germanentum werden wichtiger.
4. Die Wissenschaften, die „Schulmedizin“ und Intellektuelle sind unbeliebt.
5. Im Mittelalter glaubten viele an „übernatürliche“ Kräfte, kauften Amulette, sahen Zeichen an der Wand, verehrten Reliquien und befragten Orakel.
6. Gerade in Notlagen blüht der Aberglaube.
7. Hokuspokus war nie das Vorrecht der „einfachen Leute“.
8. Wahrsager, Planetenleser, Tischerücker und Heiler werden mächtiger.
9. Das „Blut“ spielt eine große Rolle.
10. Für Juden wurde das mörderisch.
11. Die „Vorsehung“ rechtfertigte alles.
12. Die Nazis bedienten sich weithin des Aberglaubens. Nicht zuletzt Rudolf Heß.
13. Adolf Hitler wurde als „Erlöser“ erlebt.
14. „Blut und Boden“, Agrarromantik, Esoterik und anderer Schnickschnack wurden ernst genommen.
15. Ökologischer Landbau, Anthroposophie, Naturheilkunde blühten in Krisen wie der Corona-Krise auf.
16. Wer klug ist, wird schnell als „verkopft“ verunglimpft.
17. „Fühlen“ ist beliebt.
18. Es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Aberglauben und Verschwörungstheorien.
19. Es besteht eine Verbindung zum Rassismus und Rechtsextremismus.
20. Gerade aktuell ist der Aberglauben wieder gefährlich (Tillmann Bendikowski, SZ 13.9.23).