4302: Harry Belafonte ist tot.

Im Alter von 96 Jahren ist der ungeheuer erfolgreiche Popsänger und Weltkünstler Harry Belafonte gestorben. Er war der Partner so wichtiger Protagonisten wie Martin Luther King, Nelson Mandela und Robert Altman, dem großartigen Filmregisseur. Bei Erwin Piscator nahm Belafonte in New York Schauspielunterricht. Geboren wurde er 1927 in Harlem als Sohne einer jamaikanischen Mutter und eines Vaters aus Martinique. Unter seinen Vorfahren waren auch Weiße, weshalb seine Haut relativ hell war. Das spielt ja in den USA bis auf den heutigen Tag eine Rolle.

Belafonte war stets umstritten. So firmierte er als „King of Calypso“, was als „kulturelle Aneignung“ interpretiert wurde. Er hatte den größten Erfolg bei der weißen Mittelschicht, das verzieh man ihm nie. Als die weiße Sängerin Petula Clark 1968 in einer Fernsehsendung seinen Arm berührte, musste die Sendung neu gedreht werden. In seinen politischen Urteilen war Belafonte klar und hart. Den US-Außenminister unter George W. Bush junior, Colin Powell,  nannte er einen „Haussklaven“. Harry Belafonte war tatsächlich wohl ein höchst zerrissener Mann. Und ein großer Künstler (Peter Kümmel, Zeit 27.4.23).

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