Der erfolgreichste deutsche Liedermacher, Reinhard Mey, wird 80 Jahre alt. Im Gegensatz zu seinen ebenfalls nicht unbekannten Kollegen Hannes Wader, Franz Josef Degenhardt und Wolf Biermann hat er sich nie gemein gemacht mit einer Partei, Weltanschauung oder Revolutionstheorie. Seit seiner Zeit im Schüleraustausch mit Frankreich ist Mey überzeugend französisch geprägt. Spricht perfekt französisch. Es gibt von ihm das Lied „Douce France“. Sein großes künstlerisches Vorbild: George Brassens. Was Reinhard Mey noch mehr geprägt hat, ist seine Abscheu vor der Gewalt des Mai 1968. Seine Haltung war immer der Pazifismus. Deshalb hat er sich auch verleiten lassen, in diesem Jahr den „Emma“-Brief gegen Waffenlieferungen an die Ukraine zu unterschreiben, ein Missgriff, der Mey anscheinend aber nicht geschadet hat. Seine Frau und er mussten 2014 den Tod eines Sohns nach fünfjährigemn Wachkoma verkraften. Reinhard Meys literarische Vorbilder in Deutschland sind Heinrich Heine (auch ein halber Franzose), Erich Kästner und Georg von der Vring (Hilmar Klute, SZ 21.12.22).