3996: Theo Sommer ist gestorben.

Der langjährige Chefredakteur, dann Herausgeber (gemeinsam mit Marion Gräfin Dönhoff und Helmut Schmidt) der „Zeit“, Theo Sommer, ein Jahrgangsgenosse Helmut Kohls (1930), ist gestorben. Seine Schullaufbahn führte ihn 1942 auf die Adolf-Hitler-Schule in Sonthofen. Er wurde zum Volkssturm eingezogen, wo er mit Panzerfäusten und Maschinengewehren hantierte. Nach 1945 studierte er in den USA. Theodor Eschenburg empfahl ihn Marion Dönhoff. So wurde er Redakteur der „Zeit“. Er hat wesentlich dazu beigetragen, das Blatt zu „entwilhelmisieren“ und liberalisieren. Die Auflage stieg schließlich bis auf eine halbe Million. Sogar heute noch ist die Wochenzeitung wirtschaftlich stabil. In Sommers Chefredakteurs-Zeit lag auch die Glanzzeit des Feuilletons unter Fritz J. Raddatz. Die „Zeit“ hat die Außenpolitik der Ära Willy Brandt (SPD) positiv, tatkräftig und mit Erfolg unterstützt. Vergaloppiert hatte sich Sommer in der Beurteilung der DDR kurz vor ihrem Ende. Aber da war er ja nicht der einzige (Willi Winkler, SZ 23.8.22).

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