Die Euphorie nach dem Wahlsieg der SPD in Berlin ist verflogen. Im Juni bekam die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey auf dem Landesparteitag nur 59 Prozent der Stimmen. Das Bündnis von Mieterschützern und Wohnungswirtschaft verfing nicht. Der Mieterverein etwa wollte nicht zustimmen. Dann folgte die gefakte Videokonferenz mit einem angeblichen Viltali Klitschko. In Wirklichkeit wurde Franziska Giffey von zwei russischen Satirikern vorgeführt. Frau Giffey ist mitten in der Wurschtigkeit der Berliner Landespolitik abgekommen. Dabei passt das Amt der Regierenden Bürgermeisterin eigentlich gut zu ihr. Sie kann mit Menschen besser als mit der Wissenschaft. Und sie hat beim Ausbruch des russischen Vernichtungskrieg gegen die Ukraine gezeigt, dass Berlin 200.000 ukrainische Flüchtlionge aufgenommen hat. Das hatte 2015 nicht geklappt. In der Partei passt sie nicht so recht zur linken Mehrheit. Ihre Stärke ist ihre Popularität (Jan Heidtmann, SZ 1.7.22).